Olympiastützpunkt Berlin

Videosystem zur Technik- und Taktikanalyse bei den Nationalmannschaften im Beachvolleyball

Ziele des Projekts am OSP Berlin war es, das in die Jahre gekommene und nicht mehr funktionstüchtige Videoanalysesystem gegen eine modernes leistungsfähigeres Analysesystem mit aktuellster Hardware zu ersetzen und dadurch die Analysesituation vor Ort zu optimieren.

Anforderungen

Projekt OSP Berlin

Folgende Anforderungen waren erforderlich:

  • 5 synchronisierte hochauflösende (2 Megapixel), hochfrequente (< 200fps bei reduzierter AOI) Kameras

  • Flexible Positionssteuerung der Kameras zur Aufnahme verschiedener Bewegungsformen im Beachvolleyball aus unterschiedlichen Perspektiven

  • Sicherung aller Hardwarekomponenten gegen feinsten Staub

  • Wiederverwendung der vorhandenen Infrastruktur in Bezug auf Vernetzung und Verkabelung zur Kostenminimierung

  • Hohe Mobilität und Anwenderfreundlichkeit des Systems: Trainer sollten vom Spielfeld aus das komplette System von einem Tablet-PC aus bedienen können.

Planung und Umsetzung

Projekt OSP Berlin

Projekt OSP Berlin

Projekt OSP Berlin

Zunächst galt es, sich einen Überblick über bereits vorhandene Hardware-Komponenten zu verschaffen: Die CAT7-Verkabelung konnte durch kleine Erweiterungen für den Einsatz mit dem neuen System aufgerüstet werden.
Die vorhandene Netzwerktechnik im Serverraum wurde ebenfalls auf Tauglichkeit überprüft und für die Planung mit eingesetzt.

Bei der Auswahl der Positionierung der fünf Kameras flossen sowohl die Erfahrungen der Trainingswissenschaftler und Trainer am OSP als auch des CONTEMPLAS Teams mit ein: Eine Schwenk-Neige-Kamera wurde seitlich auf Netz- und Grundlinienhöhe positioniert, eine festinstallierte Kamera mittig über dem Spielfeld an der Hallendecke und zwei weitere Kameras hinter Feld 1 und 2. Letztgenannte Kamera kann mithilfe einer weiteren Schwenk-Neige-Einheit einerseits zur Bewegungsanalyse auf Feld 1, andererseits zur Taktikanalyse auf Feld 2 eingesetzt werden.

Bei der Kameraausstattung wurde eine Mischbestückung aus zwei Kameratypen mit je 2 MP gewählt. Typ 1 ist dabei auf 50 fps bei voller Auflösung und auf 100 fps bei reduzierter Auflösung limitiert. Typ 2 erreicht Frequenzen von bis zu 550 fps bei 640x480 Pixeln.
Für eine flexible Positionssteuerung wurden die Kameras mit verstellbaren Schwenk-Neige-Köpfe befestigt. Zusätzlich kann das Objektiv (Blende, Zoom und Fokus) vom Rechner aus verstellt werden.

Die Steuerung aller Hardwarekomponenten ist zentral, mit nur einem Mausklick, über TEMPLO möglich. Auf diese Weise wird die Komplexität des Systems so gering wir möglich und die Handhabung möglichst einfach gehalten.

Alle Bauteile erfüllen dabei den IP66-Standard, der die Komponenten vor dem sehr feinen Staub der sich bis unter der Hallendecke absetzt, schützt und somit Verschleiß vorbeugt.
Ein bereits in der Halle vorhandener großer Flatscreen wurde per HDMI an den im Nebenraum befindlichen Aufnahmerechner angeschlossen. TEMPLO kann so in der Halle in FullHD-Auflösung dargestellt werden kann.

Die Steuerung aller Arbeitsabläufe in TEMPLO (Einstellungen, Aufnahme, Wiedergabe, Analyse) erfolgt über einen 13,3“ Tablet-PC, der per WLAN mit dem Aufnahmerechner verbunden ist. Der Trainer kann so die Software von allen Stellen in der Beachvolleyballhalle aus bedienen und den Sportlern direkt nach der Aufnahme am Bildschirm ein zeitnahes Feedback geben.

Fazit

Projekt OSP Berlin

Mit TEMPLO ist in der Beachhalle am OSP Berlin ein multifunktionales System zur Technik- und Taktikanalyse entstanden, das zur Bewegungsanalyse bei den deutschen Beachvolleyball World-Tour-Teams zum Einsatz kommt.

Dabei besteht für die Trainer die Möglichkeit TEMPLO sowohl für das Feedbacktraining per Tablet-PC fernzusteuern als auch für detailliertere Analysen in vollen Funktionsumfang auf dem Rechner einzusetzen.

Ein 1-Kamera Notebook-System für den mobilen Einsatz im Sommer rundet das System ab und bringt weitere Flexibilität - schließlich ist Training unter Wettkampfbedingungen fast ausschließlich unter freiem Himmel möglich.

Besonders hervorzuheben ist, dass für die eingesetzte USB3-Kamera keinerlei Stromversorgung notwendig ist, da sie den Strom komplett über das Notebook und dessen Akku bezieht.


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